FCK - Intern: Das Leben ist ernst genug, Fußball auch.

 

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Frei nach diesem Motto nimmt unser Satiregott "Mommskay" unter dieser Rubrik Stellung zur aktuellen fußballerischen Lage, speziellen Vorkommnissen in der Mannschaft oder sonstigen brandaktuellen Themen. Viel Spaß mit den folgenden Episoden...

 

 

 


 

 

Teil 15:  

Schock für den deutschen Fußball – Der FC Kollnau bildet Terroristen aus – DFB droht mit Militärschlag

 

 

Zwischen den Begriffen ABC-Schütze und ABC-Waffe besteht eine nicht unbedeutende Gemeinsamkeit: sie sind irreführend. Ersterer hat mal rein garnichts mit taktischer Kriegsführung zu tun und zweiterer ziemlich wenig mit dem Alphabet. Es ist umgekehrt. ABC-Schütze ist eine andere Bezeichnung für Erstklässler (die lernen das ABC) und ABC-Waffe, ein Mittel der taktischen Kriegsführung mit dem man, wenn man will, ganz schön Remmidemmi machen kann, oder sich – wenn man Sadam Hussein heißt -, mal schnell das U.S. Militär ins Land holt. Atomare, Biologische und Chemische Waffen. Bis zum heutigen Tage war man der Überzeugung, dass solche schrecklichen und menschenverachtenden Dinge und diejenigen, die sie benutzen, immer ganz weit weg sind.

Wie schnell war man aber in dem kleinen badischen Städtchen Kollnau am Boden der Tatsachen, als man in der Badischen Zeitung las, dass die Basler Zeitung den ortsansässigen Fußballverein mit einem gescheiterten Bombenattentat auf den Euroairport Basel/Mulhouse in Verbindung bringt. Die Verantwortlichen des FC Kollnaus haben zunächst alle Vorwürfe dementiert. Doch das ist nicht alles, was den Verein in diesen Tagen zur Last gelegt wird. Noch schwerer wiegen die Vorwürfe von gestern, dass man beim FCK ein ganzes Netzwerk von Terroristen ausbilden würde, die sich auf ABC-Waffen in Form von tagelang unausgepackten Kicktaschen spezialisiert haben sollen. In einer Pressekonferenz gab der 1. Vorstand des Vereins bekannt, dass man gerne bereit ist den diplomatischen Weg einzuschlagen, alle Akten offen zu legen und, wenn nötig, Waffeninspektoren des DFB auf das Vereinsgelände zu lassen. Wie sich herausstellte, war dies ein Bluff, der sich als wenig erfolgreich herausstellen sollte. Man hatte zu hoch gepokert. Zwei Tage später stand ein Sondereinsatzkommando des DFB vor der Tür. Was man fand, ist erschütternd und unglaublich zugleich.

Ganze Einheiten der Katakomben und des Sportheims wurden zu Terrorcamps umfunktioniert, die seit 1980 Terrorzellen ausbilden und auf der ganzen Welt einsetzen. Hier werden die Spieler des FCK darauf getrimmt den Geruch von tagelang unausgepackten Kicktaschen 8 Stunden am Tag auszuhalten. Neben 6 Fremdsprachen (Deutsch, Türkisch, Bosnisch, Aggro-Berlinerisch, Ostdeutsch und Badisch) müssen die Spieler auch lernen mit psychischem Druck umzugehen. Grundsätzlich besteht nämlich die Möglichkeit eine Waschmaschine zu benutzen, was aber dazu führen würde, dass derjenige, der die Waschmaschine benutzt, auf einer internen Bonusliste (ein sehr ausgeklügeltes System) zurückgesetzt wird und sich somit automatisch seine Chancen verringern, für den FCK den nächsten ABC-Waffen Angriff durchführen zu dürfen. Ja, „dürfen“, denn das war und ist alles Teil eines vereinsinternen Verhaltens- und Ehrenkodexes an dem sich jeder zu orientieren hat.

Wie man nun herausfand, stand seit geraumer Zeit ein gewisser Mirko S. aus K., mittlerweile wohnhaft in Fr. i. Br. ganz oben auf der Liste. Er soll es auch gewesen sein, der die ABC-Waffe unter dem Vorwand eine Freundin aus Spanien abzuholen am Basler Flughafen deponiert hat. Die Motive waren wohl doch andere: statt einer spanischen Freundin wollte der Verein einen spanischen Neuzugang freipressen, der 4 Stunden zuvor in einer Maschine der SwissAir-Flugesellschaft von Schergen des FC Chelsea entführt worden war. Zum Glück aller sich zu diesem Zeitpunkt am Flughafen befindlichen Personen, konnte die tagelang unausgepackte Kicktasche frühzeitig entdeckt und entschärft werden. So sind alle mit dem Schrecken davon gekommen. Die Kicktasche hat es härter getroffen: sie wurde auf beiden Seiten aufgeflext und danach nicht wieder zugespaxt, der Inhalt bei Nacht und Nebel nach Gorleben transportiert.

Auch eine Woche nach dem nicht geglückten Attentat kommt der Verein nicht zur Ruhe. Der DFB hat nach gründlicher Inspektion heute mit einem Militärschlag gegen den Verein gedroht. Nun blickt alles gespannt auf Kollnau: wird man sich für militärisches Säbelrasseln entscheiden und riskiert so den Truppeneinmarsch oder kommt man zur Vernunft und schließt die Terrorcamps? Man wird abwarten müssen. Fest steht, dass der FC Kollnau mittlerweile ein Auslieferungsverfahren am Hals hat. Der DFB will Mirko S. in Straßburg den Prozess zu machen. Der sagte gestern in einem SüdbadenTV-Interview: „Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen, sondern wurde benutzt.“ Auf die Frage, was der Lohn für ein Attentat dieser Art sei, antwortete der Verdächtige trocken, „ein Stammplatz“, wollte danach aber ohne Anwalt kein Wort mehr von sich geben. Der deutsche Amateurfußball steckt in einer Krise. Was, wenn das erst die Spitze des Eisberges ist?

Hoch(ver)achtungsvoll :-)

Domi

 


 

 

Teil 14:  

Ich schreibe, also bin ich. Aber warum eigentlich?

 

 

Der griechischen Mythologie nach hängt das Schwert, das Damokles seine eigene Vergänglichkeit verdeutlichen soll, an einem Roßhaar über dem Kopf des Jünglings. Auch ich habe ab und an das Gefühl, dass mir eines dieser Kriegswerkzeuge im Nacken sitzt, lediglich fixiert an einem Haar von Domi Buchta. Nicht dass der Herr irgendetwas mit einem Ross gemeinsam hätte, denn weder von der sprichwörtlichen Pferdelunge noch vom üppigen Haupthaar eines Rosses könnte man behaupten, dass der Domi sie/es besäße. Doch seine unaufhörlichen Forderungen nach neuen Kolumnen kommen manchmal schon einer Bedrohung gleich. So musste sich auch Damokles gefühlt haben. Dabei handelt es sich im Falle von Herrn Buchta nicht um ein aufrichtiges Interesse seitens des Herausgebers an meiner harten Arbeit, sondern um ein rein finanzpolitisches Kalkül.

Denn da die globale (??) Bankenkrise auch vor den Kassen des FC Kollnaus keinen Halt macht,  wird unter vorgeschobenem Interesse eine Kolumne nach der anderen eingesackt, im Zuge einer groß angelegten Verschleierungstaktik zwar auch hin und wieder abgedruckt, in Wirklichkeit aber auf dem amerikanischen Markt als Zahlungsmittel verwendet, da dort das Papiergeld ja so langsam knapp wird. Ein schöner Nebeneffekt dieser Taktik ist natürlich, dass der FC Kollnau entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Über dem Atlantik wird sogar schon darüber diskutiert, im Falle eines McCain-Sieges die Skandalnudel und Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin durch wahlweise Daniel Vogel oder Uwe Ehlert einzutauschen. Beide bringen ja in Sachen regieren die nötige Erfahrung mit. Der etwas unschönere Nebeneffekt dieser Taktik ist, dass sich die restlichen 2.486 von 14 erschienenen Kolumnen unter Verschluss befinden und den Panzerschrank im Geschäftszimmer nie verlassen haben. Das heißt verlassen haben sie ihn schon, aber nicht als gedruckte Version im Stadionheft, sondern in Säcken, die, nachdem sie durch die Löcher im Waldkircher Schwimmbad geschleußt wurden, dort nochmals so viel Zoll abwarfen, dass sich dieses seltsame Volk aus der Kandelstadt gleich noch eine Riesenrutsche gebaut hat, die nicht geht und einen Baumerlebnispfad angelegt hat, der nach dem ersten richtigen Herbststurm geschlossen wird, weil schlichtweg keine Bäume mehr da sind,…..(jetzt erst mal den richtigen Nebensatzanschluß wieder finden)….genau, die danach mit Schiffen nach Amerika verschickt wurden.

Lange Rede, kurzer Sinn,….wenig Sinn: Ich schreibe hier nur, weil ich gezwungen werde. Deshalb habe ich auch keine Lust über wirklich wichtige Dinge zu schreiben, wie zum Beispiel das Leben der eierlegenden Wollmilchsau im Fichtelgebirge, oder die Auswärtsschwäche des SV Waldkirch II. Ich versuche einfach nur so viele Buchstaben wie möglich in halbwegs sinnvoller Satzstellung und Schreibweise aneinander zu reihen und die Seiten voll zu kriegen, da ich weiß, dass 80% von dem was ich aufs Papier bringe sowieso dunklen Machenschaften zum Opfer fallen.

Da ich es aber auch liebe, wenn Geschichten am Ende „rund“ sind, möchte ich meine Wut ein bisschen beiseite lassen und nochmals kurz auf die griechische Mythologie zu sprechen kommen. Als eine Delegation des FCs vor kurzem zwecks Preisabsprachen mit der Kaiserstühler Weißherbstmafia nach Breisach auf das Weinfest reiste, konnte man es sich nicht verkneifen, einem griechischen Restaurant eine Gipsstatue abzuschwätzen, die seit kurzem die ehrwürdigen Hallen der ersten Mannschaft ziert. Dazu muss man wissen, dass wir beim FC Kollnau ja eine besondere Vorliebe für Trophäen hegen. Auch beim SV Waldkirch II freute man sich letzte Saison über ein Gastgeschenk in Form einer Halogenlampenabdeckung die kurzerhand zum Biermeter umfunktioniert wurde. Und wie das halt so ist, liebe Leute, wenn man bei einer Halogenlampe die Abdeckung abschraubt: dann kommt die Blendwirkung besonders zum Vorschein. Deshalb an dieser Stelle am besten Licht aus machen und 3 Punkte einfahren!

Mit sportlichen Grüßen,

Domi

 

 


 

 

Teil 13:  Die Vorbereitung - Oder:

Stammplätze werden nicht immer auf dem Rasen erkämpft

 

 

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Was Hermann Hesse 1941 herausfand, wissen Fußballer natürlich schon lange.  Und doch scheint dieser Satz nicht ganz zur Ballkunst auf grünem Untergrund zu passen. Denn der Anfang ist meistens der beschwerlichste Teil des Fußballerdaseins und wenig zauberhaft. Viersilbig fährt es uns in Mark und Bein: Vor-be-rei-tung. Schluss mit lustig. Endlich werden die Knochen den Mitspielern wieder zur Grätsche vorgeworfen. Der Streit um die Stammplätze ist eröffnet und der Stammtisch redet drüber. Die Neuen werden besonders gemustert: „Kann der was? Ist meine Position gefährdet? Muss ich meine Konkurrenten im Ernstfall beseitigen und es wie einen Unfall aussehen lassen?“ Schon werden diabolische Pläne geschmiedet. Wie und wann die Gunst der Stunde nutzen? Beim Waldlauf vielleicht, oder in der Sauna? Ach, Konkurrenzkampf ist was Herrliches und verläuft ja in den meisten Fällen alles andere als fatal. Oft merkt man, dass er auch eine gute und dazu sehr persönliche Seite haben kann. Endlich kann man sich seinem inneren Schweinehund wieder stellen, diesem Tier die Borsten stutzen. Und welcher Ort wäre dafür geeigneter als ein Wildsauacker?

Das dachten sich auch die FCK-Verantwortlichen, ließen vordergründig den Rasenplatz in der Arena sperren und unter dem Vorwand denselben neu zu machen die gesamte Mannschaft auf einen kleinen Rasenplatz in Gutach karren. Dort, wo normalerweise die Gärtnerei Wunsch Unkraut anbaut, Biologiestudenten Stunden damit zubringen, in den Wasserlöchern die Kaulquappenpopulationen zu beobachten, die alljährliche „Wo-scheißt-die-Kuh?“ Weltmeisterschaft stattfindet und sich Hase und Fuchs gute Nacht sagen, genau an jenem idyllischen Ort absolvierten die Jungs von Neutrainer und Taktik-Altmeister Peter Worms die ein oder andere Trainingseinheit.

Doch es braucht schon mehr um die junge Mannschaft um Fußballveteran C. Hechinger aus dem Konzept zu bringen. Vielmehr sah man es als eine Herausforderung auch auf holprigem Geläuf an Spielkultur und Kampfgeist zu feilen. Außerdem haben so auch die beiden Torhüter wieder etwas Selbstvertrauen tanken können, da auf den kleinen F-Jugend Toren doch nicht so viele Bälle im Netz zappelten wie auf den gewohnten großen Toren. Zugegeben, die Taktik-Einheiten, in denen man die neu formierte Viererkette einstudieren wollte, gestalteten sich schwierig, da der rechte Flügelspieler außer dem Außenverteidiger noch ein Wasserloch umspielen musste und neben Abseits auch noch den natürlichen Lebensraum des Auerhahns zu beachten hatte. Aber man wächst ja bekanntlich mit der Herausforderung. Zudem haben manche Spieler zum ersten Mal in ihrem Leben eine Sumpflandschaft gesehen. Das führte zur nicht unwichtigen Erkenntnis, dass man dieses Jahr mit dem „Abstiegssumpf“ nichts zu tun haben will...

Aber ansonsten war die Stimmung hervorragend. Man versteht sich. Spieler und Trainergespann bilden eine Einheit, auch wenn die Herkunft des Cheftrainers schon so manchen zu üblem Scherz antreibt: „Weisch was Peter, ich dät d’Mure grad widda nuff ziehe, aber diesmol us Plexiglas, damit se do drübe au  sähne wie scheens bi uns isch.“ Aber dafür hat der Herr Worms nur ein müdes und entwaffnendes Lächeln übrig, denn er weiß, dass er am längeren Hebel sitzt und er es ist der am Ende die Stammplätze verteilt. Das Prinzip ist einfach: per Strichliste wird ermittelt wer die wenigsten Ossi-Witze reißt und der spielt dann auch. Trotzdem können sich die Abwehrspieler das Lachen nicht verkneifen, wenn der Coach ihnen zeigen will wie man beim Freistoß des Gegners eine Mauer stellt.

Auch die neuen Trainingsmethoden machen Spaß: ob es sich um eine vom bayerischen Schuhplattler abgekupferte Koordinationsübung handelt, die sich hinter dem harmlosen Namen „Brasilianerlauf“ versteckt, oder man eine vollkommen neu Art von „Synchronem-Im-Kreis-Springen“ praktiziert, die Belustigung des Personals kam nie zu kurz. So gesehen hatte Hermann Hesse doch recht: es wohnt ihm ein Zauber inne, diesem Anfang. Er entsteht ganz nebenbei, trotz allem Fluchen und Meckern über lange Waldläufe und Ausdauerübungen, als geistiges Nebenprodukt so zu sagen. Denn wer zusammen lachen kann, kann auch zusammen verlieren und das ist im Fußball  mindestens genauso wichtig wie zu gewinnen.

Und so erfüllt sich am Ende auch der zweite Teil des Zitats: denn es wäre falsch daran zu zweifeln, dass dieser Zauber uns beschützt und hilft, zu leben, wenn man die Begeisterung in den Augen der Spieler sieht und deren Vorfreude auf die kommende Saison förmlich spüren kann. Hört sich fast danach an den Sport um das runde Spielgerät in den Bereich der Religion entrücken zu wollen. Warum nicht, der Fußball-Papst steht ja schon mal an der Seitenlinie. Nach diesen sehr wohlwollenden Äußerungen über das Trainergespann und der Tatsache, dass ich noch keinen einzigen Ossi-Witz gerissen und das auch in Zukunft nicht vorhabe, sollte mir bis Ostern ein Stammplatz sicher sein  :-)  :-)  :-)  

Grüße,

 

Mommskay

 


 

 

Teil 12:  Über allerhand Seltsamkeiten beim FCK

 

 

Was andere aus einem Glas trinken, trinkt der FCK aus einer Kloschüssel – mit Strohhalmen. Seltsam. Das bei dem Verein was nicht stimmt weiß man ja schon lange, aber das ist eher fußballerischer Art und passiert auf dem Platz. Was aber tief unten in den Katakomben passiert, da wo das Tageslicht nur selten hinkommt, weiß so gut wie keiner.

Ausgerüstet mit Taschenlampe und Müsliriegel machte ich mich auf, um den Mysterien  beim FCK wie zum Beispiel dem der Kloschüssel auf den Grund zu gehen. Was ich herausgefunden habe ist erschreckend und faszinierend zugleich: Als man damals die Kabinen renovierte, bekam man vom Sanitäranlageneinbaufachangestellen eine dieser Keramiksitzflächen mit Einschussloch gratis, da man beim FCK ein bisschen mit Geld um sich warf und in Masse kaufte. Von diesem Zeitpunkt an stand die Schüssel immer recht unschuldig in der Kabine umher, störte groß niemanden, fiel groß keinem auf, diente manchmal als Ablagefläche, und war, bevor sie dann endgültig als TRINKGEFÄß in Gebrauch kam, genauso ein Teil der Kabine wie der CD-Player. Es ist wie ein Tanz um das goldene Kalb: Kommt die Schüssel in Gebrauch verrichten die Spieler brav ihren Götzendienst und zur Feier des Tages werden ihr 4 Flaschen Vodka und 8 Flaschen Red Bull zum Opfer gebracht. Manchmal wird dazu auch ein Sonnenschirm aufgespannt und zu komischer Musik werden noch komischere Bewegungen gemacht. Man dürfte sich nicht beschweren, wenn eines Tages statt dem Vorstand der Exorzist vor der Türe stehen und mit einem Holzkreuz winken würde. Doch keine Sorge: hier geht es nicht mit dem Teufel zu. Es handelt sich einfach nur um Menschen, die sich durch Rihanna in Extase versetzt fühlen.

Ein weiteres Mysterium beim FCK sind die Essgewohnheiten des Holger W. Was der in sich reinfrisst muss man dem Kerl doch irgendwann mal ansehen. Doch nichts dergleichen. Er ist und bleibt rank und schlank. Isst er 4 Frikadellenwecken ist er noch nicht mal hungrig. Zur kleinen Pausenverköstigung trägt er beim Warmlaufen auch mal ein Twix (früher: Raiders) in der Fußballhose spazieren. Er könnte ja zwischen 2 Sprints bemerken, dass er Hunger bekommt und in so einem Fall ist es natürlich immer gut, wenn man was zu Naschen dabei hat. Seltsam. Wurstsalat, Bauernwürste, Super-Toast, Twix, Schnickers, Softeis – nichts entgeht den Kiemen unseres Holgers. Was der sich an einem Spieltag in die Fressluke stopft, reicht einem Bär für den Winterschlaf. Vielleicht ist das aber auch der Grund für seine steigende Formkurve. Er ist der erste der nach dem Spiel eine Grillwurst in der Hand hält. Also Holger: statt Waldlauf zukünftig Waldhaus. Da gibt es alles was dein Herz begehrt. Außerdem hat er seit neustem den Alkohol für sich entdeckt. War er vorher lustig, ist er jetzt lustig und betrunken. Auch schön.

Es gibt noch mehr Seltsamkeiten beim FCK. Die Personalie heißt Taranin. Obwohl er ein Mensch und dazu kroatischer Landsmann ist, wird er gerne mal als „serbischer Esel“ oder „Schissi“ bezeichnet. Wie genau das miteinander zusammenhängt kann ich nicht genau sagen. Der Mann mit der Hasan-Salihamidzic-Gedächtnis-Zunge ist auf jeden Fall der größte Hobbyphilosoph den der FCK vorzuweisen hat: „Spiele ma uff’m Rase, spiele ma uff’m Hartplatz, ma weiß es nit“. Er hat chronisches Asthma, und man hört ihn schon von Weitem, weil er meistens wie ein alter Dieselmotor knarzt. Außerdem hat er den ultimativen Torriecher, was dem FCK ganz gut tut im Abstiegskampf. Sein Lieblingsspieler ist übrigens der Dieter von Chelsea London. Dieter spielt im Sturm genau wie der Emir.

Immer öfters wundere ich mich auch, wie es der Simon S. – genannt Bademeister – immer wieder schafft als Letzter die Kabine zu verlassen. Auch wenn andere Spieler sich ein halbe Stunde massieren lassen – der Bademeister ist trotzdem nicht schneller. Vielleicht hat es aber auch was mit seiner Vorliebe fürs Bademeistern zu tun: Da gehört es freilich dazu immer als LETZTER noch mal die sanitären Anlagen zu checken, bevor man die Katakomben verlässt. Etwas anderes kann ich mir bei gutem Willen nicht vorstellen. Es kann gut und gerne eine dreiviertel Stunde vergehen bis er erst mal in der Kabine ist. Die nutzt er um sich ein Colaweizen zu holen. Ein Stunde bis er den ersten Kickschuh aus hat. Dann folgt der zweite. Dann macht er Pause, dann geht er an Hose, T-Shirt und Stutzen. Dann Pause. Der letzte Mannschaftskollege verlässt die Kabine. Dann ist er allein. Vielleicht rührt er sich auch eine Kloschüssel an, was mich wieder zum Anfang führt. Kloschüsseln, Fressattacken, Hobbyphilosophen und Bademeister: In dieser Kombination gibt es so was nur beim FCK. Und das ist gut so. Olé!

 

Mommskay

 


 

 

Teil 11:  Hilfe, über was reden die? 

– Das kleine Lexikon des Fußballerjargons

 

Wer hat diese Situation noch nicht erlebt. Man steht auf dem Sportplatz, ist aber nicht ganz so bewandert, wenn es um den Jargon auf und um das Fußballfeld geht. Deshalb habe ich mich heute in rein aufklärerischer Absicht dazu entschlossen, etwas Licht ins Sprachdunkel zu bringen. Hier einige der wichtigsten Ausdrücke:

biggle [biklə] v. (jmd. um~); gewaltsames und unbeholfenes Umgehen mit des Gegners Knochen oder dem Spielgerät. Das Wort leitet sich höchstwahrscheinlich vom hochdeutschen pickeln ab, das das kraftvolle Schlagen mit einem (Eis-) Pickel oder einer Spitzhacke beschreibt.

Biggler [bikler] subst. (der~); eine Person die biggelt. Oft sind Biggler in den unteren Klassen des Kreisligafußballs anzutreffen. Meist erkennt man sie an der Bandage am Knie und den kurzgeschorenen Haaren. Ein Biggler geht ohne Rücksicht auf Verluste auf den Ball, auch wenn dieser den Fuß des (zuvor) Ballführenden längst verlassen hat. Ein Biggler lässt auch jegliche technische Versiertheit vermissen. Als Synonym wird häufig „einer der die Skischutechnik verwendet“ benutzt.

bolzen [boltsn] v.; unästethischer Umgang mit dem Spielgerät. Oft als Synonym für „Fußball spielen“ benutzt, allerdings mit der Konnotation, dass es sich hierbei um das wettbewerbsfreie, ungezwungene Spiel mit dem Ball handelt. Kommt auch in den Verbindungen Bolz·platz (wo das Bolzen üblicherweise stattfindet) und Bolz·prolet (einer der mit seinen eigenen Fähigkeit im Bolzen prahlt, sie und sich selbst dabei aber leider oft überschätzt). Manche Spieler stellen ihre Bolzfähigkeit aber auch in wichtigen Punktspielen zur Schau, was den verantwortungslosen Verschleiß von Bällen zur Folge hat, wovon die meisten in der näheren geographischen Umgebung (wie z.B. einem Fluß oder einem Acker) landen.

mähen [mε:ən] v. (jmd. um~); Versuch, durch unsauberes Tackling und einer der Schnittbewegung eines Rasenmähers nachempfundenen Bewegung, den Gegner vom Ball zu trennen. Meistens unter zur Hilfenahme von einem (oder mehreren) ausgestreckten Bein(en). Einen umgemähten Spieler erkennt man meistens daran, dass er der einzige Spieler auf dem Platz ist, der nicht steht und von Männern mit roten Jacken, im Ernstfall einem Hubschrauber, umgeben ist.

patzen [patsn] v.; Im Fußballerjargon gleichbedeutend mit „einen schlimmen Fehler begehen“ oder „den Beischlaf ausüben“. In letzterem Kontext wird der Ausdruck  aber meistens nur in Herrenrunden z.B. unter der Dusche oder an der Theke verwendet.

sensen [zεnzən] v. (jmd. um~); Ähnlich wie (um~) mähen, nur das beim (um~) Sensen die barbarische Absicht des Tacklingversuches noch stärker zum Ausdruck kommt.

verschieben [fε'∫i:bn] v. (zum Ball~); Hierbei geht es nicht um Geld und Schweizerbanken, Devisenmärkte oder Truppen, sondern um die (theoretisch ganz einfache) Bewegung einer Mannschaft im Block in Richtung des ballführenden Gegenspielers. Im Optimalfall bewegt sich der Spieler, der am nächsten zum Gegner mit Ball steht, zu diesem hin und der nächste Mitspieler schiebt zum Gegenspieler des sich so eben Bewegten nach. So furchtbar kompliziert sich das hier anhört, ist es in der Praxis auch und meistens gibt es auf dem Platz unterschiedliche Auffassung darüber, wer wann wohin verschieben soll. Das Verschieben kann allerdings nichts damit zu tun haben, dass man, wenn man es praktiziert, erfolgreicher spielt. Denn bis jetzt hat es noch keine Mannschaft geschafft, durch Verschieben den Gegenspieler dazu zu bringen den Ball ins eigene Tor zu schießen. Man kann also sagen, dass das Verschieben eher so etwas wie eine (idealisierte) Verteidigungstheorie ist, die sich  zwar ganz leicht mit Edding auf Tafeln aufmalen lässt, in der Praxis so aber nicht vorkommt.

Wer jetzt nicht mitreden kann, will nicht.

Dominik

 


 

 

Teil 10:  Zwischen den Stühlen

– Metrosexualität bei Fußballern

 

Irgendwo fing es an. War es in Italien? Man spekuliert noch. Sicher ist, dass Werder Bremen die erste deutsche Mannschaft war, die hautenge Trikots trug und Tim Wiese der erste deutsche Torhüter mit rosa Oberhemd. Doch nochmal zurück zur Ausgangsproblematik. Dieses als „metrosexuell“ bezeichnete Phänomen war schon vorher dar. Der erste Fußballspieler der dies öffentlich zur Schau trug war glaube ich David Beckham. Jeden Tag eine neue Frisur, ein Crèmchen hier, ein Sälbchen da, zwei silberne Ohrringe und Tattoos im Intimbereich. „Auch die feminine Seite seiner Persönlichkeit zeigen“ heißt das in der Fachsprache. Männer zeigen nach außen hin Verhaltensweisen, die bis dato eher dem Lebensstil von Frauen oder dem Klischee des homosexuellen Mannes zugeordnet wurden. Haarbänder, hautenge T-Shirts und farbige Fußballschuhe. Das alles ist Ausdruck einer mehr oder weniger metrosexuellen Einstellung. 

Auch beim FCK (im kleinen Kreis ja auch gerne mal FC Hollywood genannt!!) muss man nicht lange suchen und man findet Exemplare dieser männlichen Spezies. Bodylotion nach dem Duschen, tonnenweise Haarwachs, Playboybunnies als Intimtattoo, Ohrringe in diversen Ausführungen (vom glamourösen BlingBling aus Silber bis zum Hippie-WG Modell aus Holz), golden eingefärbte Gucci -Schienbeinschoner oder Tuncays Trainingssweatshirt mit den rosa eingelassenen Ärmeln, um nur ein paar zu nennen. Und müsste man die ganzen farbigen Fußballschuhe zählen, bräuchte man vier Hände. Metrosexualität ist also weniger eine sexuelle Neigung, als vielmehr ein Lebensstil. Vielleicht denken sich ja manche Spieler auch, „wenn die Frauen schon nicht hübsch sind, müssen es eben die Männer sein.“ Oder zumindest versuchen. Die neuen Trikots für die I. Mannschaft sollten also definitiv von Kappa sein. Und rosa. Ok, grün. Werder Bremen Style.  

Wie äußert sich ein metrosexueller Lebensstil auf dem Platz? Da gibt es ein paar Indizien. Jeden Kopfball meiden, um nicht die zuvor in mühsamer Arbeit einbetonierte Frisur zu zerstören. Stutzen bis übers Knie ziehen. Erstens, huldigt man(n) so der Strumpfhose. Zweitens, werden kleine Kratzer und Wunden am Knie vermieden. Das sieht nämlich nicht schön aus. Schweißbänder tragen, die man eigentlich nicht braucht, da manche bei ihrem Laufpensum sowieso nicht schwitzen. Die geringe Menge an Körperschweiß wird meistens sowieso vollkommen vom Trikot nach außen transpiriert. In der Halbzeit die Fußballschuhe wechseln, denn die gelben passen doch nicht so gut zu den grünen Trikots. Bevor man wieder auf den Platz geht noch schnell die Frisur checken, denn meistens sind doch hübsche Mädels zum Zuschauen gekommen, da will man sich natürlich empfehlen. Doch auf dem Platz tut sich auch eine ganz andere Seite des (männlichen) Fußballers auf, eine Seite, die von Evolution, Sozialisation (oder was auch immer) bis dato verschont geblieben ist. Er schreit, flucht, spuckt, foult, kneift und hat sich sehr oft nicht unter Kontrolle. Doch auch für dieses Phänomen lässt sich eine Erklärung finden. Denn wie heißt es in der Definition weiter: „Als metrosexuell bezeichnet man Männer, die keinen Wert auf Kategorisierung in ein maskulines Rollenbild legen, bei genauerer Betrachtung jedoch diesem in sehr traditioneller Weise entsprechen.“ So wäre auch das schreien, fluchen, spucken und foulen erklärt. Denn das machen wirklich nur Männer. Zumindest in der Öffentlichkeit und ein gutes Gefühl haben sie meistens auch noch dabei.

Gibt es eigentlich auch metrosexuelle Frauen? Eigentlich nicht, man hört zumindest nicht viel darüber. Spinnt man diese Theorie (denn mehr ist es ja eigentlich nicht) aber weiter, dann hieße das, dass metrosexuelle Frauen „auch die maskuline Seite ihrer Persönlichkeit zeigen.“ Wie würde das denn aussehen? Statt Handtasche Rucksack? Statt Sekt Bier? Oder am Ende im Stehen….ok, das führt eindeutig zu weit. Lassen wir doch einfach jede(n) so leben wie er/sie will. Den Lebensstil verfolgen, den er/sie am attraktivsten hält. Männer, die sich die Beine rasieren sind auch nur Menschen (oder Radrennfahrer). Das gleiche gilt für Frauen, die sich einen Kurzhaarschnitt zulegen. Man sollte diese traditionellen Rollenverteilungen mal ganz schnell vergessen. Der FC Kollnau leistet hier schon seit einiger Zeit zukunftsweisende Aufklärungsarbeit. In unserer Stadiongaststätte steht nämlich ein Mann am Herd (den man(n) übrigens häufiger benutzen könnte☺) und die Frauen schauen beim Spiel zu. Bei uns reinigt ein Mann die Kabinen. Bei uns massiert ein Mann geschundene Fußballeroberschenkel. Na und? So etwas wie traditionelle Arbeit für Frauen (das gleiche gilt aber auch für Männer) gibt es schon lange nicht mehr. So weit so gut.

Auch wenn dieser Artikel trotz allen Erklärungen, vorsichtigen Formulierungen und Windungen noch voller Klischees sein dürfte, liegt das an der Natur der Sache: meine Kolumnen sind erstens schlecht recherchiert, zweitens, literarisch vollkommen unnötig, weil, drittens, sie nur produziert werden, damit der FC Kollnau mehr Seiten im Stadionheft hat als alle anderen Vereine. Mehr Seiten, mehr Papier. Und da man in Masse billiger produzieren kann, kann der FCK das Stadionheft auch billiger drucken lassen. Wer bis jetzt dachte, ich schreibe die Kolumnen aus reinstem Vergnügen oder weil ich mich selbst gern lese, der sei eines besseren belehrt. Das ist alles teil einer vereinsintern verordneten finanzpolitischen Marschrichtung, die darauf auszielt so viel wie möglich Geld zu sparen, um endlich Ronaldinho verpflichten zu können. Auch ich bin nur ein Rudersklave auf dem Schlachtschiff FC Kollnau. So viel dazu. Und nicht vergessen: hin und wieder schmunzeln☺.

 

Dominik 

Ps. An dieser Stelle sei mal dem Anielo, dem Charles, dem Viktor und dem Wolfgang ein großer Dank ausgesprochen. Sie erledigen Aufgaben die meistens im Hintergrund passieren. Und natürlich gleichzeitig den vielen Frauen, die sich jeden Samstag das (meistens) langweilige Gekicke anschauen.

 


 

 

Teil 9: Auf der Suche nach dem tödlichen Paß            

– Geschichte eines Mythos

 

Wenn wir ein bisschen in der menschlichen Geschichte kramen, treffen wir hier und da auf Menschen, die ihr Leben einer Suche verschrieben haben. Dabei konnten diese Abenteurer, Entdecker, Ritter und Wissenschaftler ganz unterschiedliche Dinge gesucht haben, von verschiedenen Motiven getrieben. Die Suche nach dem Heiligen Gral hat nicht erst Indiana Jones begonnen. Und Christopher Columbus hat nicht wirklich Amerika entdeckt, sondern ist rein zufällig darauf zugesegelt, als er – ja richtig – etwas (anderes) gesucht hat. Es gibt auch Menschen, die zwar von weniger weltgeschichtlicher Bedeutung sind wie Columbus, aber dennoch etwas suchen: einen Autoschlüssel, eine Telefonnummer, die Spreewaldgurken bei Edeka, oder – wenn man Fußballer ist – den tödlichen Paß eben.  

Wie zum Teufel kommt der jetzt schon wieder auf so ein absurdes Thema, werden sich einige fragen. Ganz einfach: ich habe nach einem absurden Thema gesucht (unterstützt von Dominic Buchta und einem 2006er Rotwein!)  

Als man ca. 2000 Jahren in China das Fußballspiel Ts’uh-chüh erfand, hat auch der tödliche Paß seinen Namen bekommen. Zu allererst fiel der Begriff wohl bei einem Spiel der beiden Lokalrivalen Bejing United gegen Bejing City. Dieses Spiel wurde nämlich in der 88. Minute durch ein Tor des Stümers Ein Schwei Ser nach geglücktem Sturmlauf und Zuspiel des 10ers Han Solo entschieden. Da der für Ein Schwei Ser zuständige Abwehrspieler einen katastrophalen Stellungsfehler beging, das Zuspiel von Han Solo aber auch so überragend war, wurde zur Feier des Tages besagter Abwehrspieler den Göttern als Opfer gebracht. Daher der Name: tödlicher Paß. Sollte sich jemand darüber aufregen, dass ich dieses Ereignis zu detailgetreu wiedergegeben habe, dem kann ich nur entgegnen, dass es sich hierbei um ein Faktum handelt und alte Kulturen nun mal Opferkulturen waren. Als kleines Schmankerl am Rande: von den Chinesen kommt übrigens auch die Sitte bei einem Freistoß eine große Mauer aufzustellen.  

Weiterentwickelt wurde das Spiel dann im frühmittelalterlichen England, das ja fälschlicherweise das „Mutterland“ des Fußballs genannt wird. Dabei haben die Engländer den Fußball nicht erfunden, sondern lediglich die Regeln. Das war aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelalter spielte man Fußball noch ohne Regeln und so konnte es auch hier zu unglaublichen Verletzungen und sogar „tödlichen“ Pässen kommen. Da es noch keine Auswechselspieler gab, wurden verletzte Spieler nicht ersetzt. Sie mussten entweder verletzt weiterspielen oder das Spielfeld verlassen. Deshalb dachten sich einige Spieler, warum nicht gleich Richtung Oberstube zielen, um den größtmöglichen Schaden anzurichten. So wurde übrigens der Kopfball erfunden und diese ruppige Spielweise ist bis heute charakteristisch für den englischen Fußball geblieben. Im Mittelalter traten übrigens immer zwei Dörfer gegeneinander an und Ziel war es das Spielgerät durch das Stadttor des gegnerischen Dorfes zu befördern. Das wäre heute in ungefähr so als müssten - bei einem Spiel Kollnau gegen Gutach – die Kollnauer den Ball irgendwie über die Elzbrücke nach Gutach bringen. Das war selbstverständlich nur zur Veranschaulichung gedacht. Natürlich müssen die Kollnauer den Ball über die Torlinie der Gutacher im Schönwasenstadion bringen., was in garnicht allzuferner Zukunft auch der Fall sein wird, grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr!!! Nicht, dass sich der ein oder andere Spieler bei der Firma Gütermann (in etwa die Mitte zwischen Kollnau und Gutach) zum Einlaufen postiert.  

Seit dem 15. Jahrhundert wird dann in Florenz der Calcio Storico praktiziert, eine Art Fußballspiel, bei dem es auch recht recht rüde zugehen konnte. Da man aber hier schon mit Schiedrichtern spielte, musste man sich andere Tricks einfallen lassen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Den Gegner bis zur Verletzung (oder gar Schlimmeren) abzubolzen war nämlich nicht mehr erlaubt. So ließen sich einige clevere Spieler die Unsitte einfallen, in Gegnernähe sich selbst fallen zu lassen und laut aufzuschreien. Da die Scheidrichter zu dieser Zeit noch so schlecht ausgebildet waren und es noch keine Fortbildungen und Lehrgänge wie heute gab, haben die Schiedrichter in jener Zeit solche Aktionen noch für den „gefoulten“ Stürmer geahndet, eine Unsitte die sich auch heute noch manchmal einschleicht. Diese Anekdote hat jetzt zwar weniger mit dem tödlichen Paß zu tun, erklärt aber woher der uns heute geläufige Ausdruck „Schwalbe“ kommt. Der wohl berümteste Zeitgenosse - der diese Praktik zur Vollendung brachte - war nämlich ein Fiorentiner, dessen richtiger Name nicht überliefert ist, der aber von den gegnerischen Fans immer nur Il Schwalbo Grandioso genannt wurde. 

Danach hat sich nicht mehr viel geändert. Heute spielt man es nicht mehr zwischen zwei Stadttoren oder auf dem Marktplatz, sondern auf einem Grasfeld auf dem – nach den Jenaer Regel vom 1. Januar 1896 – keine Bäume und Sträucher mehr wachsen dürfen.  Ist dies doch der Fall wird das Spiel für den Gegner gewertet. Und wie es halt so üblich ist, bringt jedes Verbot jemanden hervor der darin einen Nutzen sieht und es brechen will. So soll es Augenzeugen geben, die Junggärtner Johannes Wunsch bei mehreren Nacht- und Nebelaktionen beobachtet haben sollen, wie er auf Elztäler Sportplätzen Saatgut gestreut haben soll. Die Meldung, dass sich ein Spieler des FC Kollnau in der Hinrunde im Spiel gegen Gutach einen Kreuzbandriß zugezogen haben soll, nachdem er über einen Johannesbeerstrauch gestolpert sei, wird von Experten allerdings nicht geteilt. Kritiker dieser Meinung behaupten, dass der Erfolg des SC Gutach Bleibach rein sportlicher Natur sei. Man weiß es nicht. Tatsache ist, dass der tödliche Pass auch heute noch ein wichtiges Element jedes Offensivfußballs ist, nur dass er seine rein wörtliche Bedeutung verloren hat.

 

Ps.: Liebe Chinesen, Engländer, Italiener, Schiedrichter und Gutacher: „Satire darf alles!“ (Kurt Tucholsky)

 


 

 

Teil 8: Die neue Wunderwaffe für Abwehrspieler

 

Die Jungs sind zurück aus der Winterpause. Nicht ganz so rundlich wie erwartet, aber dennoch ein bisschen träge. Ich muss zugeben, ich kann das verstehen. Bei Minusgraden durch die Gegend joggen macht wirklich keinen Spaß. Fast jeder versucht sich deshalb mit diversen Kleidungsstücken gegen die zum Teil klirrende Kälte zu schützen. Da sieht man die üblichen Rollkragenpullis, Handschuhe und Mützen. Manch einer versucht sich aber auch wenig von der Masse abzuheben, indem er ganz besondere Kleidungstücke trägt. So gesehen in der zweiten Vorbereitungseinheit der I. Mannschaft. Als man sich draußen vor der Kabine zum Lauf traf – so auch der Maximilian Wehrle – dachten viele erst einmal der Max habe sich im Verein geirrt. Dessen Mütze sah nämlich aus, als würde er eher eine Schwimm- als eine Laufeinheit absolvieren wollen. Ich habe mir dann aber vom Bademeister versichern lassen, dass das Schwimmbad noch bis im Mai geschlossen sei und es in dieser Hinsicht keinen Grund für den Mili gäbe eine Schwimmhaube zu tragen. 

Er musste sich dann natürlich zuerst einmal ziemlich dumme Sprüche anhören. Hier eine kleine Auswahl: „He, Mili, wenn du die Kappe nachher ausziehst, kann man auf deinem Kopf ein Spiegelei braten, so viel Wärme hat sich dann darunter angesammelt.“ Oder: „Nachher musst du einfach den Kopf in einen Topf kaltes Wasser halten und schon haben wir eine Schweißbrühe.“ Ich habe mir das Ganze erstmal angehört und bin dann zu dem Entschluss gekommen, dass der Mili sich diese Mütze bestimmt nicht aufgesetzt hat, um sich diese wenig geistreichen Sprüche anhören zu müssen. Da steckte mehr dahinter, auch gerade deshalb, weil der Mili ja bekanntlich ein Mann der Praxis ist. 

Der erste Gedanke der mir beim Laufen dann kam war, dass diese Mütze den Luftwiderstand beim Laufen senkt, man somit weniger Kraftaufwand hat und sich im Endeffekt damit noch genügend Power fürs Abschlussspiel zurückhält. Solche aerodynamische Kopfbedeckungen findet man aber sonst nur beim Zeitfahren der Tour de France und die sehen dann schon anders aus, als die Version die beim Mili das Haupt bedeckte…….…Wäre sein Oberteil weiß gewesen und die Mütze rot, hätte man fast das Gefühl gehabt, man wird von einem Streichholz verfolgt, oder – in meinem Fall – man verfolgt ein Streichholz. Welch absurder Gedanke. Gegen die nächste Idee die mir beim Laufen kam, habe ich mich dann zunächst gewehrt. Das wäre einfach zu genial, habe ich gedacht, wenn das wirklich zuträfe. Zugegeben, wahrscheinlich plaudere ich jetzt ein Firmengeheimnis von höchster Geheimhaltungsstufe aus, aber es ist ja bis jetzt nur Spekulation…….bis JETZT! 

Diese Mütze war nur dem Anschein nach eine Mütze. In Wirklichkeit handelte es sich dabei um das neueste Produkt aus der Forschungsabteilung der Firma Wehrle in Kollnau. Ich glaube nämlich, dass in der Mütze ganz dünne Metallstreifen eingearbeitet waren, so dass der Träger dieser Kopfbedeckung beim Laufen automatisch seine Nackenmuskulatur trainiert, da man ja beim Laufen – für einen selbst fast nicht spürbar – die ganze Zeit mit dem Kopf nach vorne und nach hinten wippt. Nackenmuskulatur ist im Fußball gleichbedeutend mit „Kopfballmuskulatur“. Somit kann man diese Mütze ohne zu übertreiben, als die neue Wunderwaffe für Abwehrspieler bezeichnen. Beim FC Kollnau sollte man ernsthaft darüber nachdenken, einen Vertrag mit der Firma Wehrle abzuschließen, in dem festgehalten wird, dass nur die Abwehrspieler des eigenes Vereins diese Mützen tragen dürfen. Dazu müsste aber erstmal, da es sich bei dem Exemplar von Mili ja bisher nur um den Prototypen handelte, die Produktion dieser neuen Wunderwaffe sichergestellt werden. Den ein oder anderen Euro vom FC Kollnau würde der Firma Wehrle diese Produktion sicherlich erleichtern.  Die Kehrseite dieser Medaille ist dann aber, dass man sich beim FC Kollnau über Stellenkürzungen Gedanken machen müsste, da dieses Geld ja sonst nicht fließen kann. Aus solchen Angelegenheiten halte ich mich aber raus. Ich bin ja schließlich nur ein „Schmierfink“ und keiner, der was zu entscheiden hat. Vielleicht könnte man aber auch einfach die Bierpreise erhöhen. Von den aktuell 20 Euro für einen Kasten auf 25 Euro. Das ist denke ich kein Problem, denn für unser Stadiongaststättenbier würde ich auch 30 Euro für einen Kasten hinlegen, so unglaublich gut ist es. Sogar dann würde das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stimmen. Die Frische die dir schon beim Öffnen entgegenströmt, dann dieser unglaublich frische und dezent herbe, nein, fast schon süßliche Geschmack. Herrlich! 

An dieser Stelle muss ich mir nun aber erneut die Frage stellen, wie ich eigentlich verdammt noch mal schon wieder so einfach die Überleitung von Fußball auf Bier geschafft habe?! Es hat sich wohl noch nichts geändert 2008. 

Allen viel Erfolg für die Rückrunde. 

 

Domi

 


 

 

Teil 7: Die Weihnachtskolumne 

– Oder: Die Gefahr der Winterpause

 

Ja, ja, die Winterpause ist nicht mehr weit, was manche sicherlich freut. Endlich keine durchnässten Trainingsklamotten mehr, keine komplett verdreckten Fußballschuhe mehr und keine Sandkörner mehr an unangenehmen Stellen, d. h. in der Boxershorts. Ein paar Wochen ohne Fußball können ja nicht schaden. Meint man. Das Perverse an der Winterpause ist aber, dass sie im Winter ist (welch kühne Feststellung!) und in dieser Jahreszeit nun mal drei Ereignisse stattfinden, die einem Fußballer, entgegen zuvor geäußerter Meinung, ganz und gar nicht gut tun.  

An Weihnachten und den Feiertagen nimmt jeder Mensch durchschnittlich 3 Kilo zu. Das behaupte ich jetzt einfach mal. Dafür ist sowohl der gefüllte Truthahn und die 3 Flaschen Rotwein am Heiligen Abend, wie auch das Essen und die Getränke der darauf folgenden Feiertage verantwortlich. Ganz zu schweigen von Butterbrötchen, Zimtsternen und ähnlich Zuckrigem. Würde direkt nach Weihnachten die Vorbereitung auf die Rückrunde beginnen, könnte man höchstens Schlittenfahren gehen. Mehr wäre da einfach noch nicht drin. 

Das zweite problematische Ereignis ist Neujahr: mehr Essen, mehr Alkohol. Bei Fondue oder Raclette denkt man ja weniger über Fußball oder seine Fitness nach, als vielmehr übers „böllern“, räusper, und welchen guten Vorsatz man als ersten wieder in den Wind schießen wird. Hat man dann erkannt, dass man um 00.01 h schon wieder die erste Zigarette im Mund hat, ärgert man sich zwar zuerst über die eigene Inkonsequenz, die man nach dem 8. Bier dann aber schnell vergessen hat. Würde man die Vorbereitung auf die Saison am 1. Januar beginnen, würde man nicht mal mehr Schlitten fahren gehen können. Denn ein handelsüblicher Schlitten würde bei den Meisten zusammenkrachen und in diese neumodischen Bob-Dinger würde keiner mehr reinpassen. Die Idee vom Hoschi stattdessen eine Damenfußballmannschaft aus Schnee zu bauen, fänden alle doof. Außer der Hofmann vielleicht. 

Das dritte und wohl gefährlichste Ereignis in Sachen Fitness und Koordinationsfähigkeit aber ist die Fünfte Jahreszeit. Nein, das ist jetzt keine neue Pizzasorte beim Trulli, sondern es handelt sich dabei um die 6 Tage, an denen in Waldkirch, Kollnau und sonst wo, der Ausnahmezustand herrscht. Das bedeutet: noch mehr Essen (aber nur wenn man im KBSV ist und zum Eintopf-Essen bei Oma Wehrle eingeladen ist) und noch mehr Alkohol. Meistens eigentlich nur Alkohol. Am Aschermittwoch mit dem Training anzufangen wäre erstens mal schwere Körperverletzung und würde zweitens auch deshalb kein Sinn machen, weil der Bademeister mit seinem Bus erst einmal die ganzen Schnapsnasen auf der B 294 zwischen Gutach und Elzach einsammeln müsste. Geht aber auch nicht, weil der Bademeister an Fasnet wahrscheinlich den Schlüssel verloren oder verkauft hätte. VERKAUFT? Ja, verkauft. Mir wollte an Fasnet schon mal einer seine Schuhe verkaufen, weil er kein Geld mehr hatte um weiter zu spritteln. In der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen oder (wie in unserem Fall) verkauft eben den Autoschlüssel. Also nicht der Teufel jetzt, ähm……..wo war ich? 

Ach ja. Wann sollte man die Vorbereitung zur Rückrunde beginnen und was sollte man machen? Ich habe da mal bei einem Diplomsportlehrer nachgefragt. 

„Als Trainingsauftakt würde sich der Dienstag nach Aschermittwoch anbieten. Der Spieler sollte ausgiebig saunieren. Den Schmutz der letzten 6 Wochen rausschwitzen. Danach sollte der Spieler ein, zwei Sportgetränke (a. k. a. Colaweizen) zu sich nehmen, um sich den Alkohol langsam abzugewöhnen. Ab da, steht dann nur noch Gemüse auf dem Speiseplan; keine Burger, Tiefkühlpizzen und Döner mehr. Wenn dann die 6 Kilo, die der Spieler plus Fasnet und Neujahr zu genommen hat, wieder runter sind, kann er so langsam an Koordinationsübungen denken, wie „Folge dem Pfeil“, „Mit dem Finger auf Anhieb die Nasenspitze treffen“, „Auf einem Bein stehen“ und so weiter. Danach sollte der Spieler ein paar Ausdauerübungen machen, wie zum Beispiel „Wie lange kann ich den Zahltag beim Stadiongaststättenwirt herauszögern“ und sollte schon mal langsam beginnen einen Ball auf 2 Meter Entfernung anzupeilen. Treten sollte der Spieler allerdings noch nicht, denn in 98 % der Fälle verletzt er sich. Danach sollte der Spieler sich in Erinnerung rufen, wie man seine Fußballschuhe akkurat schnürt, zur Probe die Form eines Tores auf ein Blatt Papier malen (malt er es rund, ist sofort ein Sportmediziner zu verständigen), um im Anschluss die erste Ballberührung zu versuchen. Erst wenn das geglückt ist, darf wieder richtig trainiert werden. 

Nach jedem gewonnenen Heimspiel, wiederhole der Spieler die gesamte Prozedur.“  

Na wenn das so ist dann Prost!

 

Mommsenaldo 10er 

 

 


 

 

 

Teil 6: Mann oder Maschine?

- Oder: über den unnötigen Verschleiß von              Trainingsgeräten 

 

Ich – und sicherlich nicht nur ich – habe mich schon des Öfteren gefragt, ob das bei manchen Spielern des FC Kollnau mit rechten Dingen zugeht. Dabei ist das keine neue Frage im Sportgeschäft: Mann oder Maschine? Darüber haben sich vor Jahren auch schon mal begeisterte Basketballfans den Kopf zerbrochen, nachdem sie ihr Idol Michael Jordan spielen gesehen hatten. Der Sportartikelhersteller Nike hat das dann auch sofort marktstrategisch umgesetzt und eine ganze Produktpalette – vom Schuh bis zum T-Shirt – mit dieser Frage garniert: Man or Machine?  

Das erste Mal, als ich mir da ernsthaft darüber Gedanken machen musste war, nachdem ich einen gewissen Guido Kaiser kennen gelernt hatte. In der Vorbereitungsphase zur letzten Saison stand mal wieder einer von unzähligen Cooper-Test auf dem Programm, d. h. 12 Minuten stupide im Kreis und so viel wie möglich rennen, man kennt das ja. Als man dann so am Rennen war, kam ich zufällig mit Eric Worms ins Gespräch, der augenzwinkernd behauptete, dass der Guido Kaiser doch schon mindestens 40 sei und der das doch auf keinen Fall durchhalten würde. Nachdem uns dieser dann aber zum zweiten Mal überrundet hatte, musste ich mir zwei Fragen stellen. Erstens: sind Erik und ich solche Konditionsflaschen oder hat der Guido Kaiser 3 Lungen? Ich bin mittlerweile der Meinung, dass es eine Mischung aus beidem ist. Auf jeden Fall hat der Guido mehr als eine, was ich auch darin bestätigt sah, dass er, nachdem schon alle auf dem Zahnfleisch gingen, noch lässig mindestens 100 Sit-Ups folgen ließ. Mann oder Maschine? Ich glaube bei keinem ist diese Frage angebrachter als bei diesem Konditionswunder. Das hat ihm dann auch nach gar nicht allzu langer Zeit den Spitznamen T-4000 (Terminator 4000) beschert. Hasta La Vista, Guido! 

Doch nun zum eigentlichen Thema: „Gummi gerissen“. Was normalerweise nur Teenager schockt, bekommt hier eine ganz neue Dimension. So gesehen neulich im Training. Als Christian Hechinger, Trainer des Förderteams, zur Freude aller, mal wieder seine „Der lustige Postkutscher“ Trainingseinheit durchführte, haben das der Sebbi Wernet (Kutscher) und der Michel „Adonis“ Haberstroh (Pferd) ein bisschen zu ernst genommen und kurzerhand den Gummi geschrottet. Ob sie das nun aus reiner Wut auf das Trainingsgerät an sich taten, oder ob da was nicht mit rechten Dingen zu ging, ist natürlich die Frage der Stunde. Dass der Michel Haberstroh schier unbändige Kräfte besitzt weiß man ja mittlerweile, dass nun aber auch schon der Sebbi Wernet Vergleichbares an den Tag legt, ist neu. Klar kann man sich fragen, ob es einfach ein Produktfehler war, der bei diesem Gummi nun zum Glück keine weit reichenden Konsequenzen mit sich bringt. Auf der anderen Seite ist es aber auch möglich, dass im Förderteam einfach zu viel ungenutztes Kräftepotential steckt. Es sollen beim Schusstraining auch schon Tore zusammengeklappt sein, nachdem der Michael Schätzle wieder einmal einen seiner gefürchteten Freistöße ans Lattenkreuz genagelt hatte. Und nach der Sprinteinheit in der Sandgrube soll man auf Öl gestoßen sein, was zwar von ganz oben noch nicht bestätigt aber doch wahrscheinlich ist. Wie könnte man sich sonst solche hochkarätigen Auslandtransfers wie Mirko „Él Toro“ Schneider leisten, der im Januar vom FC Sevilla kommen wird, oder einen Markus „The Wall“ Hoch, der seinen Heimatverein IFK Göteborg Richtung Kollnau verlassen wird. Dabei scheint auch noch genug Geld übrig zu sein, um einen gewissen Mommsenaldo von Manchester United zu holen, der zwar bei den Reds bis jetzt nur die Bank drückt, in Expertenkreisen aber als verkanntes Talent gehandelt wird. Wie er allerdings beim Fitnesstest bei seinem neuen Verein Ende Januar abschneiden wird, ist ungewiss.  

Dennoch sollte man sich mit teuren Auslandstransfers beim FC Kollnau zurückhalten, denn die zusätzliche Neuanschaffung von Trainingsgeräten könnte dann den Etat sprengen. Denn wenn bei gleich bleibender Trainingsrate die Verschleißrate an Trainingsgeräten nur proportional steigen würde, hätte man spätestens zu Beginn der Rückrunde ein ernstzunehmendes finanzielles Problem, dem man wahrscheinlich nur mit internen Gehälterkürzungen (z. B. des StadiongaststättenwirtsJ) entgegensteuern könnte. Und das will ja keiner. Und auf dem Marktplatz Waldkirch Kuchen verkaufen will ja schließlich auch keiner. Oder auf den Saunagang oder den Whirlpool nach dem Training verzichten.  

Oder auf die Reifen, die Hütchen, die Stangen und die Gummis. Nein, das wäre in der Tat furchtbar, man stelle sich nur mal vor man würde einfach mal nur Fußball spielen. Das geht wirklich nicht, wir sind ja hier schließlich nicht bei einem herkömmlichen Fußballverein, sondern beim FC Kollnau, der anstelle einer dritten Mannschaft nächste Saison eine Ballettformation anmelden will. 

Zu dieser ganzen Sache bleibt nur eines zu sagen: wenn du die Spieler des Förderteams in der nächsten Saison nicht im Ballettkleid und lieber auf dem Acker in Heuweiler als im Konzerthaus Freiburg sehen willst, lieber Christian, mach mir den Gefallen und schone die Trainingsgeräte und bleib beim guten alten Ball. Der geht nicht kaputt, höchstens verloren, aber das ist im Etat mit eingerechnet, also kein Problem.

 

Dominik

 


 

 

 

Teil 5: Der Tagesablauf eines (durchschnittlichen) Fußballers an einem Heimspielwochenende.

 

Je näher das Wochenende rückt, desto höher der Puls. Bei den meisten geht es Freitag morgens los. Erste Schweißbrüche, zum ersten Mal das Gefühl der Vorfreude. Den Rest des Tages kann man dann auch komplett abhaken, da man sowieso nichts Vernünftiges zustande bringt. Der ein oder andere Gedanke kommt vielleicht, wie man die gegnerische Abwehr alt aussehen lässt, oder wie man die Kugel in der 90. beim Stand von 1:1 ins Dreieck zimmert. Du bist dann aber relativ schnell wieder zurück in der Realität, wenn du schon beim Rückwärts-Seitwärts-Einparken die Abstände zum "gegnerischen" Objekt nicht richtig einschätzen kannst, oder du, nach einem 20 Sekundensprint vom Keller zurück in die Wohnung (z. B. nachdem du Wäsche geholt hast), schonst pumpst wie ein Maikäfer. Freitag Abend dann (im Optimalfall) nüchtern und früh ins Bett. Einschlafen funktioniert aber meistens sowieso nicht, da du schon wieder an Traumtore, an die weiblichen Zuschauer am nächsten Tag oder neue Fußballschuhe denken musst.

Samstag 10 - 11 Uhr. Sich von der Mutter (wenn man Single ist und noch zu Hause wohnt) oder von der Freundin aus dem Bett prügeln lassen. Danach schnell einen Kaffee einschieben, kalt duschen und mit Koffeinüberschuss das Auto nach Waldkirch auf den Marktplatz steuern, Bananen kaufen. Danach den zweiten Kaffee einnehmen, weil man ZUFÄLLIG den Egi und den Tweisma im Da Vinci getroffen hast. Dein Puls ist mittlerweile auf 180.

Samstag 11 - 12.30 Uhr. Auf dem Nachhauseweg wirst du meistens irgendwo geblitzt, weil sich dein hoher Puls und eine 30er Zone in den seltensten Fällen vereinbaren lassen. Zu Hause angekommen noch eine Kleinigkeit zu sich nehmen (z. B. 2 Fleischkäsweckle), die Fußballtasche packen, d. h. erst mal auspacken, weil man natürlich seit Donnerstag dazu noch keine Zeit hatte, danach darüber ärgern, dass man sich immer noch keine neuen Fußballschuhe gekauft hat. Das Haus verlassen, nach 10 Meter umdrehen, weil man die Bananen im Kühlschrank vergessen hat. Ans Auto sprinten, da man schlecht in der Zeit liegt. 12.30 Uhr Treffpunkt. 12.45 Uhr, den ersten Anschiss kassieren, weil man wirklich zu spät ist.

Samstag 12.45 - 14 Uhr. Sich dann aber erst mal über die eigene Genialität wundern, da man sich durch das zu spät Kommen automatisch das Aufbauen der Tore erspart hat. Falls alle anderen auch zu spät gekommen sind, einen auf Wichtig machen und sich mit dem Masseur über seinen letzten Urlaub unterhalten, sich dabei mit schmerzverzerrtem Gesicht die Waden reiben, um das Aufbauen der Tore trotzdem zu umgehen. 13 Uhr, Umziehen. Sich dabei möglichst lange alles tapen, was man tapen kann, um sich nicht länger als 15 Minuten Warmmachen zu müssen.

Im Optimalfall kommt man dann pünktlich zum Torschuss. Währenddessen mal schauen, wer denn so alles zum Zuschauen gekommen ist. Danach, Banane. 13.40 Uhr Ansprache des Trainers: "Jungs, immer ein Tor mehr schießen als der Gegner, eng am Mann sein, Spiel breit machen, mit dem Ball verschieben, Flügelspiel, Abschluss suchen, dem Mommski ja den Ball nicht spielen", das Übliche eben. 13.55 Uhr Passkontrolle. 13.57 Uhr Kreis, Ansprache des Spielführers: "Die haben ja nicht mal einen Bahnhof" oder ähnlich motivierende Worte. 14 Uhr Anpfiff.

Samstag 14 Uhr - 15.45 Uhr. Irgendwie versuchen die Worte des Trainers in die Tat um zu setzen. Nebenbei Fouls schinden, sich über den Unparteiischen aufregen, so wenig wie möglich rennen und versuchen gut auszusehen. 15.45 Uhr Abpfiff. Sich entweder über 3 Punkte und das anschließende Fest freuen oder sich einfach NUR über das anschließende Fest freuen.

Samstag ab 15.45 Uhr. 15.46 Uhr. Das erste Radler. Wenige Minuten später die erste Grillwurst. Danach den Gegner der I. anpöbeln oder in der Dusche bei den Hits der 80er mit den Mannschaftskollegen bei einem (oder mehreren) Bier(en) über das Spiel philosophieren. Dabei immer die Worte "Schiri", "niemals", "Abseits" und "Foul" benutzen. Danach oder währenddessen (wenn es ein besonders erfolgreicher Samstag war) provokante Lieder singen, eine Kloschüssel mit Vodka Redbull füllen und den Wirt der Stadiongaststätte zur Weißglut bringen, weil man schon wieder kein Geld dabei hat. Danach schnell nach Hause fahren (!!), umziehen, frisch machen um danach mit den Kollegen den Samstag ausklingen zu lassen. Und obwohl die Möglichkeiten dazu schier unerschöpflich sind, sich ärgern, nachdem man den Fuß schon wieder über die Schwelle des Outbacks gesetzt hat. Für den Rest des Abends immer mal wieder über das Spiel philosophieren oder, wenn man den Weg nach Freiburg gefunden hat, die Frauen durch (jetzt schon) meist ungelenkige Bewegungen von der Tanzfläche jagen und dann über das Spiel philosophieren. Zwischen 3 und 4 Uhr genau den Taxifahrer finden, der die Fahrt für 20 Euro macht. Zu Hause angekommen, die Tiefkühltruhe nach der letzten Pizza durchforsten, die Pizza in den Ofen schieben, die Pizza essen (obwohl der letzte Schritt auch manchmal ausfällt) und dann ins Bett gehen/torkeln.

Sonntag ab 13 Uhr. Aspirin. Im Ernstfall die verkohlte Pizza aus dem Ofen schaben. Danach Frühstück. Anschließend Sofa. Die Bewegung und die Kommunikation auf das Minimalste reduzieren. 20.30 Uhr. Beim Fernsehschauen einschlafen.


Mommski


P. S. Diese Geschichte ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten zu realen Personen oder Ereignissen sind rein zufällig. Die Orts- und Personennamen wurden von der Redaktion geändert.

 


 

 

Teil 4: “Es gibt keine jungen oder alten Fußballer  – nur gute und schlechte.“ 

– Oder: Hat sich da einer bei den Trainingszeiten geirrt?

 

 

 

Das haben wir ja alle schon mal gehört: „Es gibt keine jungen oder alten Fußballer…..bla, bla, bla“ – 5 Euro ins Phrasenschwein. Die Kernaussage des Satzes war und ist trotzdem richtig. Wie in Stein gehauen ist sie, was mich auch sofort auf das Thema dieser Kolumne bringt (5 Euro an mich zurück für die geile Überleitung): Michel Haberstroh. Warum hat man diesen Mann eigentlich noch nicht in Stein gehauen? Hat man? Nein das war was anderes. Da hieß der Künstler MICHELangelo und das Werk „David“ (5 Euro ins Schwein fürs Klugscheißen). Dabei würde unser Michel ein genauso gutes Bild abgeben. Aber eigentlich ist er uns lebendig lieber. Denn bei einem „Steinmichel“ würden die Locken beim Sprint nicht so verrückt im Wind tanzen und die extrem kurzen Hosen würden nur halb so Angst einflößend rüber kommen, wie sie es in echt tun!! Auch ein „Holzmichel“ wäre nicht optimal, denn erstens, gibt es den schon (lebt er jetzt eigentlich noch oder nicht?) und zweitens, hätte der nicht die „edle Einfalt und stille Größe“ die der Echte sein Eigen nennen darf (5 Euro an mich für das Wortspiel). Aber lassen wir das mit den Steinen und den Hölzern. Wir sind ja schließlich nicht auf dem Pfadfinderlager.

 Besser klappt es mit Wein. Wein? Ja, Wein: Je älter, desto wertvoller, auch wenn ein 83’ Chardonnay für den Laien wahrscheinlich wie Anielos’ Pommesfett schmeckt. Ich lenke schon wieder vom Thema ab. Ach ja, je älter, desto wertvoller. An dieser Stelle muss ich mal ganz feierlich vor der „älteren“ Generation den Hut ziehen. Denn auch wenn die Fitness vielleicht manchmal nachlässt oder man statt einem Ball plötzlich gar keinen mehr sieht (dann doch lieber 2, wie unser Markus Hoch gelegentlich), sind Spieler wie der Michel Haberstroh, der Dirk van Au, der Bubi und wie sie nicht alle heißen, wertvoll. Wertvoll für uns „jüngeren“ Spieler, da sie um einiges reicher an Erfahrung sind. Die haben schon auf Fußballplätzen gekickt, die gibt es heute schon gar nicht mehr oder wurden zu Einkaufszentren umgebaut; die haben schon Siege gefeiert, da sind unsere Kabinenfeste Kaffeekränzchen dagegen. Und außerdem sind die mit allen Wassern gewaschen und zeigen so manchem Fuchs heute noch wie der Hase läuft (wieder 5 Euro fürs Wortspiel).

 Der Michel Haberstroh lässt sich immer noch das ein oder andere Mal im Training des Förderteams blicken und dann kannst du aber im Abschlussspiel beten, dass du nicht gegen ihn spielen musst. Dabei haben sich manche schon gefragt, ob er sich nicht eventuell bei den Trainingszeiten geirrt hat. Oder der Dirk van Au. Wenn Not am Mann ist, springt er als Libero ein und erledigt seine Sache mit einer fast stoischen Ruhe. Und wenn dann mal einer von den jungen Spinnern angehüpft kommt - Übersteiger hier, Hackentrick da – dann packt er auch schon mal die Blutgrätsche aus. Ganz zu schweigen unser Bubi.

Der hat ein Auge, so was hast du noch nicht gesehen. Von wegen Ronaldinho hat den „No Look“ Pass erfunden. Das war entweder Gott oder Bubi, aber sonst keiner. Und seine Freistoßtechnik ist atemberaubend und vor allem sicher. Du kannst nämlich mit fast 100%iger Sicherheit sagen, dass er die Murmel entweder ins Jenseits oder ins Dreieck befördert. Halbe Sachen gibt es bei ihm nicht. Leider muss man sagen, hat er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere (4 Tore gegen Buchholz II) eine komplizierte Verletzung zu gezogen. Ob er jemals ein Comeback starten wird? Man muss abwarten. Zuschauen kann er aber noch, und das ist wenigstens ein kleiner Trost für uns. 

Gegen Ende dieser Kolumne möchte ich noch eine letzte Frage in den Raum werfen: was ist es eigentlich, das die älteren Spieler antreibt? Was bringt sie dazu, das ein oder andere Wehwehchen für 4 Stunden in der Woche zu vergessen? Ich weiß es, denn das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern ist allzu menschlich: es heißt Sucht!! Sucht nach Ruhm, Ehre, schnellen Autos, leicht bekleideten Frauen und Champagnerduschen! O.k., drücken wir es anders aus: Es ist die Freude zu gewinnen, es ist aber auch die Einsicht verlieren zu müssen. Es ist der Reiz an einem Spiel, in dem von einer Sekunde auf die nächste Glück zu Unglück werden kann, bei dem berechtigte Scham und verdienter Stolz so nahe beieinander liegen können. Und es ist die Tatsache, dass man all diese Gefühle als Team erlebt und nicht als Einzelner. (5 Euro fürs Philosophieren)  Und jetzt braucht mir keiner kommen von wegen, „ICH gehe aber ins Training, weil es Dienstags und Donnerstags immer Gemüse zu Hause gibt“. 

Bevor ich mich verabschiede, muss ich noch schnell den Kontostand ausrechnen: 2 mal 5 Euro für die beiden Wortspiele plus 5 Euro fürs Philosophieren. Das ergibt zusammen 15 Euro. Also Jungs, legt noch nen Fünfer drauf und kauft euch nach dem nächsten Sieg nen Kasten Bier.

 

Grüße aus England 

Mommsenaldo 

 

Die Namen Michel Haberstroh, Dirk van Au und Bubi erscheinen mit freundlicher Genehmigung der FC Kollnau Entertainment Group.

 


 

Teil 3: „Is coming home, is coming home, football’s coming home

– Gedanken zum englischen Fußball (-fan)

 

 

 

 

Das erste was mit hier in Manchester, speziell in Manchester, aufgefallen ist, ist der buchstäbliche Fußballfanatismus/-fundamentalismus der Engländer. Man hat das alles zwar schon mal im Fernsehen gesehen, aber es ist doch ein ganz anderes Gefühl, wenn man es selbst erlebt. Dabei hab ich noch kein einziges Spiel gesehen. Was ich aber gesehen habe (und dass reicht fürs Erste), sind betrunken Engländer – einem davon begegnete ich auf der Herrentoilette einer Disco – mit denen man sich besser auf kein Gespräch über Fußball einlässt, schon gar nicht auf dem Pissoir. Besagter Engländer hat nämlich, kurz nach dem er erfahren hatte, dass ich aus Deutschland bin, energisch angefangen zu brüllen. Das einzige was ich aus diesem Kauderwelsch (Manchester   Akzent und noch dazu betrunken – ganz schlimm!) heraushören konnte war:

„5:1 5:1 5:1…“ Um ehrlich zu sein, musste ich kurz überlegen, aber dann kam ich drauf: Deutschland vs. England 1:5 im Münchner Olympiastadion, 2001. Sofort bemerkte ich, dass ich in einer ganz, ganz, ganz bescheidenen Situation gelandet war, denn, was sollte man dazu sagen??? Es gab 2 Möglichkeiten. Zuerst habe ich mir wirklich kurz überlegt, genauso energisch zurückzubrüllen: „1:2 in Wembley, 1:2 in Wembley“, hatte aber plötzlich die Vision eines gebrochenen Kieferknochens – zum Glück muss man sagen. Ich hatte nämlich noch keine einzige Zahnarztpraxis hier gesehen. Die zweite Möglichkeit hielt ich für weniger lebensgefährlich. Habe ihm dann einfach gesagt dass die Engländer ja sowieso VIEL,VIEL besser als die Deutschen sind, ganz nach dem Motto der Klügere gibt nach, obwohl DAS wiederum kein große Herausforderung darstellte, denn da hätte ich mich auch mit einem Sack Mehl unterhalten können, der hätte mehr auf der Platte gehabt. Soviel zum englischen Fußballfan an sich. 

Als ich am nächsten Tag ein bisschen mehr Zeit hatte darüber nachzudenken, schossen mir plötzlich folgende Frage in den Kopf: Was ist es eigentlich, das den englischen Fußballfan an diesen Tagen stolz machen könnte??? NICHTS! Die großen Clubs, wenn sie gewinnen, gewinnen dann mit so Traumergebnissen wie 1:0. Manchester United hat die letzten 3 Spiele 1:0 gewonnen, bei Chelsea sieht es ähnlich aus. Da ist es interessanter 90min eine Gardine aus der DDR anzustarren. Mal ehrlich die rühren hier so was von Beton an, da kann nicht mal der Pontiggia mithalten. Ok, wir sind alle mit dem Satz vertraut: „Offense wins games, Defense wins championships. Aber das geht zu weit. Da hat der Joachim Löw dem deutschen Team – zum Glück – eine andere Philosophie eingeimpft. Die hatten ja auch schon mal mehr Betonmischer als Fußballer auf dem Platz. Die Engländer sind auf jeden Fall darüber empört, manche fordern sogar den Rausschmiss von Mourinho, weil dieser die ganze Sache auf die Spitze treibt.

Hoffentlich bleibt er trotzdem, kaum auszudenken, was aus dem FC Kollnau Förderteam werden würde, wenn ihr Trainer sie in Richtung London verlassen würde. Hier in England kursieren nämlich schon Gerüchten, dass Abramovich mit Christian Hechinger telefoniert haben soll. Die englische Presse hat davon wohl auch schon Wind bekommen. Die „Sun“ titelte gestern: „Will Hechinger save the Blues?“

 Was an diesen Gerüchten dran ist kann ich nichts sagen. Aus sicheren Quellen aus Deutschland habe ich erfahren, dass die Yacht, die Roman Abramovich dem Christian  Hechinger in den Garten gestellt hat, den ganze Verkehr am Schmelzofen für mehrere Stunden lahm legte. Furchtbar. Kann bitte jemand dem Uwe Ehlert sagen, dass er dem Christian Hechinger eine noch größere Yacht in den Garten stellen muss. Mit der Allianzarena hat es ja auch geklappt. Sonst war’s das mit dem erfrischenden Offensivfußball des Förderteams. 

Angenommen es findet nun ein Tausch statt, Mourinho gegen Hechinger. Das würde bedeuteten dass Chelsea den Durchmarsch machen würde und das Förderteam, zwar gewinnen würde, aber bald noch weniger Zuschauer hätte als es eh schon hat (das war der offizielle Wink mit dem Zaunpfahl). Man würde in Zukunft mit 9 Defensivspielern und einer Spitze – dem Adi- auflaufen, ganz nach der Philosophie, „hinten keine fangen und darauf vertrauen, dass der Adi vorne einen reinstolpert“. Langweilig, einfach nur langweilig. Da hat der Gegner dann lieber 20 Chancen und man gewinnt trotzdem mit 10:1, he, he. Naja man wird sehen was die Zukunft bringt.

 

Mommsenaldo

 


 

 

Teil 2: Warum Stürmer manchmal das leere Tor nicht treffen

- Und warum das manchmal nicht so schlimm ist.

 

 

 

 

Das Leben besteht zu einem großen Teil aus Fragen; Fragen auf die man keine vernünftige Antwort findet, solange man sich auch den Kopf darüber zerbricht. Manche Menschen sehen darin den Sinn des Lebens: immer neue Fragen zu stellen um immer neue Antworten zu finden. Dabei ist vieles schon geklärt. Man hat zum Beispiel herausgefunden, dass Kaffee meistens heiß ist (es gibt natürlich auch „kalten Kaffee“; das ist aber etwas anderes), dass man „nämlich“ ohne „h“ schreibt, dass Honigschnaps gar nicht nach Schnaps schmeckt und dass der Ball rund ist. Das alles sind Ergebnisse eines langen Erkenntnisprozesses. Nun kann Erkenntnis sehr schmerzhaft oder unangenehm sein: z. B. schon mal einen Kaffee über die Hose geschüttet und sich dabei wetterlich die Schenkel verbrannt? Schon mal in einem Diktat „nämlich“ 10-mal mit „h“ geschrieben und dafür eine glatte 5 kassiert? Schon mal zu viel vom HonigSCHNAPS erwischt, der ja trotz der schönen Farbe und des milden Geschmacks die Aufschrift 35 % trägt? Oder schon mal versucht mit einem Rugby Fußball zu spielen? Bestimmt.  

Zudem problematisch an neuen Antworten ist, dass sie im Normalfall nur wieder neue Fragen aufwerfen. Die Tatsache, dass der Ball rund ist, sagt ja bekanntlich noch nichts darüber aus, warum er rund ist. Das will ich an dieser Stelle aber auch nicht diskutieren. 

Komme ich nun lieber zum eigentlichen Problem, zur eigentlichen Frage, die mindestens genauso wichtig ist, wie die Frage, was der Unterschied zwischen einem Kamel und einem Dromedar ist: Warum treffen eigentlich Stürmer manchmal das leere Tor nicht? Diese Frage ist berechtigt, denn bekanntlich gibt es ja keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. 

Sinnvoll erscheint es mir, diese Frage, anhand jener 3 Akteure zu klären, die an einer solchen Aktion normalerweise beteiligt sind: 1. der Ball, 2. der Stürmer selbst, und 3. das LEERE Tor. Die Möglichkeiten, warum ein Stürmer das leere Tor nicht trifft, sind vielfältig, das steht schon von vorne herein fest. Wenn ich die alle aufzählen müsste, wäre das FCK-Echo dicker als das BGB. Das würde das Budget der Marketingabteilung des FCK mit Sicherheit sprengen. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl: entweder, der Ball (wenn er geflankt wird) segelt am Stürmer vorbei. Dann bringt es auch nichts, dass der Stürmer, ein Stürmer ist und das Tor leer. Oder es liegt am Stürmer selbst, da er eigentlich gar kein Stürmer ist, sondern ein defensiver Mittelfeldspieler, der sich im gegnerischen 16er verirrt hat und beim Torschussversuch den Ball ins Seiten-Aus und somit zum Einwurf für den Gegner klärt (das ist im Fachjargon auch als „Skischuh-Technik“ bekannt). Die letzte Möglichkeit betrifft das leere Tor. Es ist entweder zu klein oder gar nicht leer.

Manchmal treffen auch mehrere Möglichkeiten gleichzeitig zu, wobei Möglichkeit 1 niemals in Kombination mit Möglichkeit 2 oder 3 zutreffen kann, da man als Stürmer (oder – je nach Situation – als defensiver Mittelfeldspieler) normalerweise nicht aufs leere Tor schießen kann, wenn zuvor der Ball an einem vorbeigesegelt ist. Klingt komisch, ist aber so. 

Es gibt selbstverständlich – neben diesen nahe liegenden Erklärungen – auch Gründe, die uns vielleicht nicht so schnell einleuchten, aber dennoch im Bereich des Möglichen liegen. Seit geraumer Zeit kursiert in der Uns-Uwe-Gedächtnis-Arena nämlich das Gerücht, ein angriffslustiger Maulwurf treibe hier sein Unwesen. Diese Meldung ist zwar nicht bestätigt – auch ein Sondereinsatzkommando der Stadt Waldkirch konnte keinen Maulwurf ausmachen, nachdem es den ganzen Platz umgegraben hatte (deshalb übrigens auch die Wellen) -, aber es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, wenn es sich nicht um ein Exemplar dieser ansonsten friedliebenden Spezies handeln würde. Er taucht zwar nur selten auf, aber wenn er zuschlägt, dann richtig. Zum ersten Mal war er wahrscheinlich letzte Saison im Heimspiel gegen Windenreute I im Einsatz, als er den damals noch im Dress des FVW spielenden Heimkehrer Maximilian Wehrle entscheidend beim Torschuss störte, so dass dieser den Ball schnurstracks in die Atmosphäre beförderte. Und zuletzt muss er wohl im Spiel des Förderteams gegen Gutach-Bleibach II sein diabolisches Spiel getrieben haben, als er dem Alex Ganz beim Abschluss in die Quere kam, so dass dieser die Murmel über die Hecke zum Tennisclub bugsierte. Unser blinder Erdbewohner soll sich auch schon bis in den Ballraum vor gegraben haben und das ein oder andere Paar Stutzen entwendet haben. Auch Hosen werden - nach Angaben von Daniel Vogel(2.Vorstand). – vermisst. 

Wenn in dieser Sache nicht schnell eine Lösung gefunden wird, kann dieser Maulwurf zu einer ernsten Bedrohung für den FCK werden. Man stelle sich nur mal vor, wie viele potentielle100 %ige Torchancen er zu Nichte machen könnte. Vielleicht schafft er es eines Tages auch sich bis ins Getränkelager vor zu arbeiten. Nicht auszudenken, was er für einen Schaden anrichten könnte. Der gute Honigschnaps (vielleicht wird er dann noch aggressiver). Oder das wertvolle Cola. (das braucht man zum ja bekanntlich zum Mischen). 

Auf der anderen Seite könnte man die Tatsache seiner Existenz aber auch für sich nutzen. Erstens, könnte ein neuer Posten in der Vorstandschaft geschaffen werden; die des Maulwurfbeauftragten. So könnte man vielleicht auch mal jüngere Spieler für die Vorstandschaft begeistern. Zweitens, könnten die Stürmer dies als Chance sehen noch cooler beim Abschluss zu werden und sich nicht von diesem Tier irritieren zu lassen. Denn es reicht - wie ich finde -, wenn EIN Blinder auf dem Platz für Unruhe sorgt!

 

Mommsenaldo   

 

(P.S.: Liebe Schiedsrichter! Nehmt den letzten Satz bitte nicht persönlich. Jeder Fußballer hat Respekt vor eurer Arbeit

 

 


 

Teil 1: Ein Förderteam trainiert für den Iron Man

 

 

 

 

Es gibt ein Wort, bei dem zucken Fußballer, besonders Spieler aus 2. Mannschaften, gerne zusammen, wenn der (neue) Trainer es in den Mund nimmt. Richtig, Vorbereitung heißt es und ist unter Balltretern mindestens genauso beliebt, wie Wurstsalat unter Vegetariern. Aber was ist das eigentlich, Vorbereitung? Ach ja, ich erinnere mich, aber eigentlich ist das doch gar nicht so schlimm; da trifft man sich 2 Wochen vor Rundenbeginn macht einen kleinen Lauf (einmal zum Waldhaus und zurück) und den Rest der Zeit verbringt man damit, nach dem Training die Bälle vom Tennisplatz oder aus dem Schwimmbad einzusammeln, sich, was direkt damit zusammenhängt, bei den Torhütern zu entschuldigen, dass sie wieder nichts zu halten bekommen haben um sich schließlich über das Mischungsverhältnis zwischen Cola und Weizen Gedanken zu machen. Alles in Allem eigentlich nichts Weltbewegendes (obwohl der Weg zum Tennisplatz für Manchen schon marathonartige Züge annehmen kann).

Seit dieser Runde ist dies Geschichte. Was bei dieser Vorbereitung an sorgfältiger Planung und Struktur dahinter steckte, aber auch an Abwechslung geboten war, lässt mich rückblickend von Zeit zu Zeit staunen. Lob an den Trainer. Natürlich waren auch Einheiten dabei, bei denen man wirklich an seine Grenzen gehen musste (außer man heißt Maximilian Wehrle und ist schon den Mount Everest Marathon mitgelaufen) und da spreche ich denke ich für die 1. und die 2. Mannschaft. Zum Beispiel das Zirkeltraining mit unserem Masseur Wolfgang Radmacher. Das war so intensiv, dass ich schon befürchtete den Einen oder Anderen das letzte mal beim FC Kollnau gesehen zu haben. Manche werden jetzt denken: was, Zirkeltraining? „Zirkel“, ganz klar, stupide im Kreis rum rennen. Stimmt, nur dass man, hat man mal 360° und einen entsprechenden Radius zur Verfügung, richtig fiese Sachen machen kann. Zum Beispiel über große Kästen springen um danach auf tiefen Matten zu landen. Man stelle sich nur mal eine Sprinteinheit in der Sandgrube vor; damit könnte man es ansatzweise vergleichen, nur dass die Sandgrube im Vergleich dazu noch ein humanes Folterinstrument ist, da man normalerweise kleine Erholungsphasen hat. 

Nicht so, bei unserem „kleinen“ Zirkeltraining: drei Blöcke á 10 Minuten im Parcour, die jeweils längsten 10 Minuten meines Lebens übrigens, dabei ständiger Tempowechsel und zwischen durch, als würde dir bei 35° Celsius in der Georg Schindler Halle nicht sowieso schon der Schädel brummen, lustige Sachen, wie Purzelbäume schlagen; in permanenter Laufbewegung versteht sich. Ach ja, zwischen den Blöcken waren Kniebeugen angesagt; mit einem Mitspieler auf dem Rücken.

Hatte man da den falschen Partner erwischt, konnten 15 Kniebeugen zur Hölle werden. Ich hätte den Coach danach am Liebsten wegen schwerer Körperverletzung angezeigt. Kein Wunder, dass der Michael Schätzle völlig zurecht feststellte: „Alter, bin ich froh, wenn mir meine Knochen mal wieder auf ganz natürliche Art und Weise wegen einer schlecht getimten Blutgrätsche weh tun.“

Trotzdem war (nicht nur) diese Einheit – rückblickend - genial und noch genialer die Tatsache, dass (bis auf wirkliche wenige Ausnahmen) alle mitgezogen sind, was nicht selbstverständlich ist, für eine 2. Mannschaft. Und da man bekanntlich erntet, was man säht, gehen die drei Auswärtssiege (5:2 bei Freiamt II, 9:2 bei Buchholz II und 9:0 bei Biederbach II) in den Testspielen vollkommen in Ordnung, da man einfach spritziger und konzentrierter als der Gegner war. Lob an die Mannschaft.

Und wem das jetzt alles zu abgehoben klingt, den kann ich beruhigen. Erstens: man ist sich bewusst, dass der Ball in den seltensten Fällen die Torlinie des Gegners von alleine überschreitet und eine Saison, trotz guter Vorbereitung, auch ganz anders verlaufen kann. Man kann wohl frühestens nach den ersten 90 Minuten gegen
Waldkirch II beurteilen, wie fruchtbar diese Vorbereitung wirklich war. Und Zweitens: trotz Ansätzen eines Sixpacks und Pferdelunge machen sich die meisten immer noch über das Mischungsverhältnis von Cola und Weizen Gedanken, mit dem kleinen Unterschied, dass man sich das Endprodukt zum ersten Mal richtig verdient hat.

Mommsenaldo